Ein Kooperationsprojekt des praxis – instituts für systemische beratung und der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF e.V.)
Menschen mit ADHS, Autismus, Legasthenie, Dyskalkulie, Tourette-Syndrom oder anderen Formen von Neurodivergenz begegnen Fachkräften in nahezu allen psychosozialen Arbeitsfeldern. In der Jugend- und Familienhilfe ebenso wie in Schule und Schulsozialarbeit, Kindertageseinrichtungen, psychiatrischen und therapeutischenEinrichtungen, Jugendämtern, Beratungsstellen, Wohneinrichtungen oder der medizinischen und rehabilitativen Versorgung.
Doch woran lässt sich Neurodivergenz erkennen? Wie können ungewöhnliche Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen angemessen eingeordnet werden? Und wie lässt sich verhindern, dass aus einer neurologischen Besonderheit erst durch ungeeignete Rahmenbedingungen ein tatsächliches Problem entsteht?
Der Fachtag führt in die Grundlagen der Neurodiversität und Neurodivergenz ein und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Fragen der professionellen Praxis. Im Mittelpunkt steht dabei ein Perspektivwechsel: Weg von der ausschließlichen Orientierung an Defiziten und Abweichungen – hin zu einem Verständnis unterschiedlicher Formen neurologischer Verarbeitung und ihrer jeweiligen Bedürfnisse, Ressourcen und Potenziale.
Die Teilnehmenden erhalten Impulse dazu,
- neurodivergente Wahrnehmungs- und Verhaltensweisen besser zu erkennen und einzuordnen,
- zwischen tatsächlichen Unterstützungsbedarfen und bloßen Abweichungen von neurotypischen Erwartungen zu unterscheiden,
- eigene professionelle Deutungs- und Bewertungsmuster zu reflektieren,
- Kommunikation und Interaktion neurodiversitätssensibel zu gestalten,
- vorhandene Ressourcen und besondere Kompetenzen neurodivergenter Menschen stärker wahrzunehmen und zu nutzen,
- und konkrete Möglichkeiten für eine neuroinklusive Gestaltung des eigenen Arbeitsfeldes zu entwickeln.
Dabei geht es nicht um ein einheitliches „Rezept“ für den Umgang mit Neurodivergenz. Denn neurodivergente Menschen sind ebenso unterschiedlich wie neurotypische Menschen. Entscheidend ist vielmehr, die Person hinter dem Verhalten wahrzunehmen, unterschiedliche Formen neurologischer Verarbeitung zu verstehen und professionelle Rahmenbedingungen entsprechend flexibel zu gestalten.
Ziel des Fachtags ist es, aus Wissen Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln:
Neurodivergenz besser verstehen, professionelle Perspektiven erweitern und Neuroinklusion im eigenen Arbeitsalltag konkret gestalten.
Inhaltlich gliedert sich der Fachtag in folgendem Dreischritt:
ERKENNEN → VERSTEHEN → GESTALTEN
1. Erkennen
Was ist Neurodivergenz? Welche Formen gibt es? Wie zeigen sich unterschiedliche Aufmerksamkeits-, Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweisen?
2. Verstehen
Warum reagieren neurodivergente Menschen manchmal anders, als wir es erwarten? Wie entstehen Missverständnisse und Fehlinterpretationen? Wo liegen neben möglichen Schwierigkeiten besondere Ressourcen und Potenziale?
3. Gestalten
Wie können Fachkräfte Kommunikation, Beziehungen, Lern- und Arbeitsumgebungen sowie Unterstützungsangebote neuroinklusiver gestalten?
Der Fachtag richtet sich an Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen, Sozialpädagog:innen, Pädagog:innen, Sonderpädagog:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, Lehrer:innen, Erziehungswissenschaftler:innen, Ärzt:innen und therapeutische Fachkräfte sowie weitere Berufsgruppen, die Menschen in psychosozialen, pädagogischen, medizinischen oder beratenden Kontexten begleiten.
Zeit: 05.10.2027 von 10 – 17 Uhr
Ort: Nürnberg, KUF im südpunkt, Pillenreuther Straße 147 | 90459 Nürnberg - die Wegbeschreibung können Sie hier herunterladen.....
Kosten: € 165,-- (ermäßigt für DGSF-Mitglieder und WB-Teilnehmer:innen/Absolventen:innen des praxis instituts: € 130,--). In den Kosten sind ein Mittags-Imbiss und Pausengetränke enthalten.
Max. TN-Zahl:
Unsere Fachtage richten sich an ein größeres Publikum, d.h. die maximale Teilnehmerzahl ist abhängig von den Räumlichkeiten.

