In diesem Seminar nehmen wir die unterschiedlichen Perspektiven von Jugendhilfe und Gesundheitswesen in den Blick, beleuchten Chancen und Risiken von psychiatrischen Diagnosen und wollen das Verständnis für die Schnittstellen der interdisziplinären Zusammenarbeit stärken. Tür oder Deckel? Etikett oder Hypothese? Sind „gesicherte“ Diagnosen wirklich unverrückbar?
Im Mittelpunkt des Seminars wollen wir folgende Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln näher betrachten:
- Diagnose zwischen Landkarte und Etikett
- Die Funktion des Symptoms im System
- Mustererkennung und Zirkularität
- Würdigung des Leids
- Psychoedukation und Angehörigenberatung
- Resilienz und Selfcare für Beratende
Inhalte:
Depression, Phobien, Psychosen, Borderline und viele andere: Diagnosen stehen in Akten, Hilfeplänen und Arztbriefen. Oft sind sie schon da, bevor wir den Menschen selbst kennenlernen. Manchmal sind sie ein Türöffner und sie ermöglichen Hilfen, schaffen eine gemeinsame Sprache und entlasten Betroffene als auch Angehörige. Manchmal wirken sie aber auch hinderlich, wie ein Deckel, unter dem Entwicklung kaum noch Platz findet.
Wie arbeiten wir?
Lebendig, praxisnah und mit viel Raum zum Ausprobieren:
- Elemente aus der systemischen Aufstellungsarbeit
- Ein ehrlicher Blick auf die eigenen Bilder und Vorurteile
- Systemischen Fragetechniken und Reframing
- Reflecting Team und kollegiale Fallberatung
- Konkrete „Türöffner-Fragen“ für den Beratungsalltag
Praxisbeispiele sind ausdrücklich erwünscht, je mehr Praxis, desto lebendiger und greifbarer können wir arbeiten. Ein Seminar für alle, die psychiatrische Diagnosen ernst nehmen und dabei den Menschen im Blick behalten wollen und Lust haben, gemeinsam neue Wege im Umgang mit Diagnosen zu finden.
Zielgruppe:
Fachkräfte aus der Jugend- und Gesundheitshilfe, Schulwesen und allen Interessierten, die täglich mit psychiatrischen Diagnosen arbeiten und ihren Blick systemisch erweitern und schärfen möchten
Seminarzeiten:
10.00 - 17.30 Uhr / 9.00 - 16.30 Uhr
Ort:
Hanau, Seminarzentrum praxis institut - die Wegbeschreibung können Sie hier herunterladen.....
Max. TN-Zahl i. d. R.:
16 - 22

